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Der Richtige für den Job (2)

Ressource Mensch

Der Begriff "Human Resources" mag kalt wirken, der die Person auf ihren wirtschaftlichen Wert erniedrigt. Eines bringt dieser Anglizismus aber auf den Punkt: Der Mensch, der Mitarbeiter ist der bedeutendste Faktor für den Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens. Denn er ist es, der kreativ ist, der Ideen und Visionen mitbringt, der mit Können und Wissen den Fortschritt und Bestand des Unternehmens sichert. Um ihn, den qualifizierten Menschen, den Richtigen für den Job, hat sich ein Krieg entwickelt, der oft zitierte "War of Talents". Um ihn zu finden und für sich zu gewinnen muss ein komplexes Miteinander von Kanälen, Methoden, Zielen und Werkzeugen koordiniert werden. Das ist die Recruiting-Strategie.

Als Arbeitgeber attraktiv werden

Ein wichtiger Aspekt für das Recruiting ist das sogenannte Employer Branding. Dabei geht es darum, ein Unternehmen als einen attraktiven Arbeitgeber zu positionieren. Hat ein Unternehmen ein geschärftes Profil, vereinfacht dies die Personalgewinnung. Denn mit einem klaren Branding weckt die Marke nicht nur größeres Interesse. Sie lockt damit auch passendere Bewerber und Kandidaten an, denn diese können sich mit dem Außenbild der Marke identifizieren. Dies wiederum reduziert den Aufwand für Personalgewinnung, das Recruiting wird effizienter. Dabei profitiert allerdings nicht nur das Recruiting von gutem Employer Branding. Sie ist nämlich ebenso ein mächtiges Werkzeug für das Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit. Steht ein Unternehmen als ein ausgezeichneter und heiß begehrter Arbeitgeber dar, so wirkt sich das auch auf sein gesamtes Image aus und fördert den Zuspruch seitens der Kunden.

Die Mitarbeiter binden

Retention bezeichnet die Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen. Die Bewerber für sich zu gewinnen ist eines, sie zu halten ein ganz anderes. Ein Unternehmen, für das die Angestellten gerne und mit langfristiger Perspektive arbeiten, ist zudem attraktiver für potentielle Mitarbeiter. Insofern stehen Retention und Employer Branding in einem engen Verhältnis zueinander. Laut der Studie "Retention Management im Mittelstand" der Leuphana Universität Lüneburg ist rund der Hälfte der mittelständischen Unternehmen der Begriff des Retention Management nicht bekannt. Es gibt zwar ein Bewusstsein für die Bedeutung der Mitarbeiterbindung. Es ist aber weitestgehend unbekannt, welche Vorstellungen die Arbeitnehmer haben und welche Mittel zur Verfügung stehen, sowohl die Zufriedenheit der Mitarbeiter als auch deren Engagement für das Unternehmen zu steigern. Die Studie zeigt, dass monetäre Anreize oder andere harte Faktoren wie etwa ein Firmenwagen nicht mehr die gewünschten Erfolge erzielen. Vielmehr sind es heute weiche Qualitäten, die die Mitarbeiter zu schätzen wissen. Das sind zum Beispiel die Führungsqualitäten der Vorgesetzten, eine gute Unternehmenskultur, die Wertschätzung von Arbeit und Person und eine ausgewogene Work-Life-Balance. Besonderer Wert wird aber auf Angebote der sogenannten quartärer Bildung gelegt. Das heißt Weiterbildungsmöglichkeiten und aktive Karriereentwicklung werden von den Mitarbeitern besonders honoriert und vermitteln das Gefühl, Teil der Zukunftsgestaltung ihres Unternehmens zu sein.

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